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Mai 2017

Mittwoch, 10. Mai 2017

Kaufmännische Berufe im Luftverkehr modernisiert

Ausbildungsordnungen und Rahmenpläne treten zum 1. August 2017 in Kraft

Die beiden kaufmännischen Ausbildungsberufe – „Luftverkehrskaufleute” und „Servicekaufleute im Luftverkehr” – bekommen mit neuen Ausbildungsinhalten und Änderungen in den Prüfungsanforderungen eine zeitgemäße und attraktivere Ausrichtung. Sie bilden nun eine Berufsgruppe, bleiben aber eigenständig.

 

Servicekaufmann im Luftverkehr fertigt Ticket für Kunden aus (©  Picture-Factory - Fotolia.com)Im Auftrag der Bundesregierung hat das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) die Berufsausbildungen gemeinsam mit den Sozialpartnern und Sachverständigen aus der betrieblichen Praxis grundlegend modernisiert und mit Datum vom 4. April 2017 veröffentlicht.
 
Der Neuordnung vorgeschaltet war eine Evaluation beider Berufe, die in die Empfehlung mündete, die Struktur der beiden Ausbildungen mit ihren unterschiedlichen Aufgabenbereichen und Tätigkeitsinhalten zu erhalten. Sie bilden künftig aber eine Berufsgruppe, mit der Möglichkeit einer gemeinsamen Beschulung von mindestens einem Jahr. Ziel der Modernisierung ist es, beide Berufe wieder zeitgemäßer und attraktiver zu machen, da die Ausbildungszahlen stagnieren oder sogar rückgängig sind. Bei den Luftverkehrskaufleuten gab es 2015 lediglich 54 Neuabschlüsse, bei den Servicekaufleuten im Luftverkehr waren es bei rückläufiger Tendenz 60 neue Verträge.
 
Die Änderungen bei den Luftverkehrskaufleuten beziehen sich besonders auf das kaufmännische „Back-Office“, wie Controlling, Marketing, Vertrieb, Einkauf und Personal sowie auf die Steuerung rund um die Terminalprozesse. Die Ausbildung der Servicekaufleute im Luftverkehr zielt dagegen in erster Linie auf Kundenberatung und Serviceorientierung ab. So ermitteln sie für Kunden Flugpreise, verkaufen Flugscheine oder schreiben diese um, nehmen Erstattungen vor und bieten diverse Zusatzleistungen an.
 
In beiden Ausbildungen erhalten künftig Englischkenntnisse eine zentrale Bedeutung. Daneben gibt es eine stärkere Betonung von Luftsicherheitsaspekten, zum Beispiel durch veränderte Vorgaben zur betrieblichen Sicherheit und zur Abwehr äußerer Gefahren.
 
Auch die Prüfungsanforderungen ändern sich: So gilt bei den Luftverkehrskaufleuten künftig die gestreckte Abschlussprüfung – mit abschlussrelevanten Prüfungen bereits in der Mitte des zweiten Ausbildungsjahres. Servicekaufleute im Luftverkehr behalten hingegen die klassische Form von Zwischen- und Abschlussprüfung bei, da sich diese hier in der Vergangenheit gut bewährt hat.
 
Das BIBB veröffentlich zu den neuen Verordnungen voraussichtlich im Sommer Umsetzungshilfen in der Reihe „Ausbildung gestalten“.

 

Weitere Informationen

Bundesinstitut für Berufsbildung BIBB
Robert-Schuman-Platz 3
53175 Bonn

Telefon: 0228 / 107 - 0
Fax: 0228 / 107 - 2977
Internet: www.bibb.de

Ansprechpartnerin:
Dr. Anke Kock

Luftverkehrskaufmann/ Luftverkehrskauffrau (Ausbildung)

Servicekaufmann im Luftverkehr/ Servicekauffrau im Luftverkehr (Ausbildung)