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Musikfachhändler/Musikfachhändlerin

 

Foto: Auszubildene versucht sich an der E-Guitarre

Übersicht

 

Einführung

 

Der Ausbildungsberuf Musikfachhändler/ Musikfachhändlerin wurde 2009 neu geordnet. Er löste den bereits seit über 50 Jahren bestehenden Vorgängerberuf Musikalienfachhändler/ Musikalienfachhändlerin ab. Die Absolventen dieser sollen befähigt werden, musikspezifische Sortimente zu verkaufen und vermarkten sowie den betrieblichen Ablauf im Musikbetrieb zu steuern.
 
Im Zusammenhang mit der Modernisierung des Berufs wurde die „Gestreckte Abschlussprüfung“ (GAP) als alternatives Prüfungsverfahren erprobt. An die Stelle des traditionellen Prüfungsverfahrens mit Zwischenprüfung und Abschlussprüfung trat die Abschlussprüfung in zwei zeitlich auseinander fallenden Teilen, bei der die Ergebnisse beider Prüfungsteile in das Gesamtergebnis einfließen.
 
Dies geschah auf Grundlage einer zunächst für sechs Jahre gültigen „Erprobungsverordnung“. Ziel war, innerhalb dieses Zeitraums wissenschaftlich zu untersuchen, ob die Gestreckte Abschlussprüfung als Prüfungsform für den Ausbildungsberuf Musikfachhändler/ Musikfachhändlerin geeignet ist.
 
Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat die Erprobungsverordnung auf Weisung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) 2013/2014 evaluiert. Die Evaluationsergebnisse zeigen eindeutig, dass die GAP sich für den Beruf Musikfachhändler/ Musikfachhändlerin sehr bewährt hat. Auszubildende bzw. Prüflinge, Ausbildungsbetriebe, kaufmännische Berufsschulen, Prüferinnen und Prüfer, Industrie- und Handelskammern beurteilen die Ausgestaltung der Prüfung als passend und geeignet. Daher entschlossen sich die Sozialpartner in Abstimmung mit dem BMWi und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), die Erprobungsverordnung zum 1.8.2015 in Dauerrecht zu überführen.

 

Strukturkonzept der Ausbildung mit Pflicht- und Wahlpflichtqualifikationen
Der modernisierte Ausbildungsberuf Musikfachhändler/ Musikfachhändlerin setzt sich aus Pflicht- und Wahlpflichtqualifikationen zusammen. Integrative Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sind als berufsübergreifende Qualifikationen Bestandteil der Pflichtqualifikationen. Die berufsprofilgebenden Pflichtqualifikationseinheiten, die von jedem Auszubildenden absolviert werden müssen, sind:
 

  • Beratung, Verkauf und Service
  • Marketing und Vertrieb
  • Einkauf und Warenwirtschaft
  • Kaufmännische Steuerung und Kontrolle.

Die Wahlqualifikationseinheiten dienen der Flexibilisierung und Differenzierung der Ausbildung. Je nach Bedarf und Schwerpunktsetzung des Ausbildungsbetriebes sowie nach den Zielen und Neigungen des Auszubildenden ist aus den folgenden drei Wahlqualifikationseinheiten eine auszuwählen:
  

  • Musikinstrumente
  • Musikalien
  • Tonträger.

 

Grafik: Ausbildungskonzept Musikfachhändlerin: Pflichtqualifikationseinheiten, Wahlqualifikationseinheiten, Integrative Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten

 

Erster Beruf mit verordneten Zusatzqualifikationen
Die beiden Wahlqualifikationseinheiten, die nicht im Rahmen der regulären Ausbildung ausgewählt werden, können als Zusatzqualifikationen vermittelt werden.  Unter Zusatzqualifikationen wird eine abgeschlossene Qualifikationseinheit verstanden, in deren Rahmen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt werden, die über das Berufsprofil hinausgehen. Sie sind im Rahmen einer Ausbildung nicht verpflichtend, ihr Erwerb ist zusätzlich und optional. Zusatzqualifikationen werden in zeitlicher Nähe zur Abschlussprüfung des jeweiligen Ausbildungsberufs gesondert geprüft und zertifiziert.

Im Ausbildungsberuf Musikfachhändler/Musikhändlerin sind die Zusatzqualifikationen in der Ausbildungsordnung mit verordnet. Sie werden daher „Kodifizierte Zusatzqualifikationen“ genannt. Die staatliche Verordnung von Zusatzqualifikationen im Rahmen einer Ausbildungsordnung führt zu einer verbindlichen Festlegung der Bezeichnung der Zusatzqualifikationen, ihres Umfangs und ihrer Dauer sowie der konkreten Ausgestaltung der zu vermittelnden Inhalte.
Einigen sich Auszubildender und Ausbildungsbetrieb auf die Vermittlung einer kodifizierten Zusatzqualifikation, wird diese Bestandteil des Ausbildungsvertrags und in den betrieblichen Ausbildungsplan aufgenommen.

 
Für die Prüfung der Zusatzqualifikationen gelten die Regelungen des Berufsbildungsgesetzes über: 

  • die Zusammensetzung und Beschlussfassung der Prüfungsausschüsse,
  • die Notwendigkeit der Erstellung von Prüfungsordnungen bei den zuständigen Stellen,
  • die Gebührenfreiheit für Auszubildende und
  • die mögliche Übersetzung von Prüfungszeugnissen bzw. Prüfungsbescheinigungen.

 

 Weiterführende Dokumente

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