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BIBB-Prüferbefragung Teil 5a: Vorbereitung der Prüferinnen und Prüfer auf ihre Tätigkeit

Ergebnisse der Prüferbefragung vom 25.4. bis 15.6.2013

Das Projektteam „Kompetenzbasierte Prüfungen“ hat im Frühling 2013 eine Prüferbefragung durchgeführt. Auf dieser Seite werden die Befragungsergebnisse zur Vorbereitung auf die Prüfertätigkeit vorgestellt.

Insgesamt konnten 1821 Fragebögen aus der Prüferbefragung ausgewertet werden.

Neben Fragen zu Prüfungsmodellen (siehe BIBB-Prüferbefragung Teil 2 und 3) und alternativen Prüfungsformen (siehe BIBB-Prüferbefragung Teil 4) wurden die befragten Prüferinnen und Prüfer auch um Angaben zu ihrer Tätigkeit als Prüfer/-in gebeten.

Wie fühlen Sie sich auf die vielfältigen Tätigkeiten als Prüfer/-in vorbereitet?

Der Großteil der Befragten ist mit der Vorbereitung auf die Tätigkeit als Prüfer bzw. Prüferin (sehr) zufrieden. 23% schätzen die Vorbereitung als „sehr gut“, fast die Hälfte als „gut“ ein. 17% der befragten Prüferinnen und Prüfer beurteilen ihre Vorbereitung als „eher gut“. Nur ein geringer Prozentsatz fühlt sich "eher schlecht" oder "schlecht" auf das Ehrenamt vorbereitet.

Grafik: Wie fühlen Sie sich auf die vielfältigen Tätigkeiten als Prüfer vorbereitet? (BIBB)
© BIBB

Wie bereiten Sie sich auf Ihre Tätigkeit als Prüfer/-in vor?

Bei dieser Frage konnten die Prüferinnen und Prüfer zwischen vorgegebenen Antwortkategorien – Erfahrungsaustausch, Prüfungsordnung, Ausbildungsordnung oder Rahmenlehrplan, Literatur, Seminar, Internetrecherche, Hospitation - wählen und ebenfalls den Zeitpunkt der Vorbereitung angeben. Daneben bestand die Möglichkeit, weitere Vorbereitungsmöglichkeiten unter „Sonstiges“ zu nennen.

Die Befragungsergebnisse zeigen, dass sich die Prüferinnen und Prüfer auf sehr vielfältigen Wegen auf ihre ehrenamtliche Tätigkeit vorbereiten. Bis auf wenige Ausnahmen werden der Erfahrungsaustausch, die Prüfungsordnung der zuständigen Stelle sowie die Ausbildungsordnung oder der Rahmenlehrplan von allen Befragten genutzt.

Zu Beginn der Prüfertätigkeit spielen insbesondere Hospitationen (37%) und Prüferseminare (33%) eine große Rolle. Etwa ein Viertel der Befragten nutzt ebenfalls Literatur (24%), die Ausbildungsordnung oder den Rahmenlehrplan (25%) sowie die Prüfungsordnung der zuständigen Stelle (28%).

Mit 81% nimmt der kontinuierliche Erfahrungsaustausch mit anderen Prüfern und Prüferinnen den größten Stellenwert bei den Befragten ein. Dabei können Informationen weitergegeben, fachliche Neuerungen besprochen und Prüfungserfahrungen ausgetauscht werden. 45% der Prüferinnen und Prüfer nutzt ebenfalls regelmäßig die Prüfungsordnung, 45% regelmäßig die Ausbildungsordnung oder den Rahmenlehrplan.

Auch bei Änderungen z.B. in der Verordnung greifen etwa 40% der befragten Prüferinnen und Prüfer zur Ausbildungsordnung oder dem Rahmenlehrplan sowie der Prüfungsordnung. Zwei Fünftel nimmt an einem Seminar teil, um sich auf den aktuellen Stand zu bringen.

Fast ein Drittel der befragten Prüferinnen und Prüfer geben an, weder Internetrecherchen noch Hospitationen als Vorbereitung auf das Ehrenamt genutzt zu haben. Mit 19% hat auch fast ein Fünftel der Befragten noch nie ein Seminar oder eine Prüferschulung besucht. Gründe hierfür könnten Probleme bei der Freistellung oder Finanzierung oder ein Mangel an passenden Angeboten sein.

Grafik: Wie bereiten Sie sich auf Ihre Tätigkeit als Prüfer/-in vor? (n=1813, Mehrfachnennungen möglich)
© BIBB

Neben den vorgegebenen Antwortkategorien konnten die Befragten auch weitere Vorbereitungsmöglichkeiten nennen. Diese Option nutzten 185 Prüferinnen und Prüfer. In den Anmerkungen und Kommentaren wird insbesondere der Erfahrungsaustausch nochmals präzisiert: neben Gesprächen mit anderen Prüferinnen und Prüfern findet ein Austausch mit Auszubildenden, Lehrkräften, Ausbildenden und Ansprechpartnern der zuständigen Stelle als Vorbereitung auf die Prüfung statt. Auch Informationsveranstaltungen der zuständigen Stelle wie beispielsweise Prüfertage werden hier genannt. Die befragten Prüferinnen und Prüfer sehen als eine weitere Quelle der Vorbereitung ihre eigene Tätigkeit und Arbeitserfahrung – oft auch als Ausbilder/-in – an.

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Welche weiteren Informationen bzw. Qualifizierungsangebote wünschen Sie sich zur Unterstützung Ihrer Tätigkeit als Prüfer/-in?

Auf diese offen gestellte Frage antworteten 650 der Prüferinnen und Prüfer. Ein großer Teil der Befragten gab mehrere Hinweise, so konnten insgesamt knapp über 1000 Rückmeldungen und Hinweise ausgewertet werden.

Originalaussagen der befragten Prüferinnen und Prüfer finden Sie hier: 

BIBB-Prüferbefragung Teil 5b: Informations- und Qualifizierungswünsche – Stimmen aus der Prüferpraxis

Ein Teil der Prüferinnen und Prüfer ist mit den derzeitigen Informationen und den Qualifizierungsangeboten zufrieden. 

Der Großteil der befragten Prüferinnen und Prüfer benennt allerdings weiteren Unterstützungsbedarf. Ein Drittel der Rückmeldungen insgesamt bezieht sich dabei auf Seminare, Workshops und Veranstaltungen. Die Befragten wünschen sich neben allgemeinen Prüferschulungen auch fach- bzw. berufsbezogene Kurse sowie Seminare, in denen die Themen „Recht“, „Beurteilung“ und „Gestaltung von Fachgesprächen“ behandelt werden. Dabei ist es den Prüferinnen und Prüfern wichtig, dass die Seminare, Workshops und Veranstaltungen regelmäßig stattfinden. Auch eine konkrete Organisation dieser Veranstaltungen durch die zuständige Stelle wird mehrfach gefordert.

In fast 200 Rückmeldungen wird ebenfalls der Wunsch geäußert, sich mit Prüferkolleginnen und -kollegen auszutauschen. Dieser Austausch soll nach Ansicht einiger Befragter nicht nur regelmäßig, sondern auch Prüfungsausschuss-übergreifend stattfinden. 

Neben Prüferkursen und Austausch mit den Prüferkolleginnen und -kollegen wünschen sich die Befragten auch die Prüfung betreffende Informationen. Darunter fallen nach Angaben der Befragten Prüfungsunterlagen, aktuelle Aufgaben, Bewertungsbögen oder fachliche Informationen. Ein Teil der befragten Prüferinnen und Prüfer sieht Informationsbedarf insbesondere bei Neuerungen oder Änderungen in den Verordnungen. Eine Informationsweitergabe könnte nach Ansicht einiger Befragter über Newsletter oder Portale erfolgen.

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Zusammenfassung

 Die Ergebnisse ermöglichen konkrete Einblicke in die Vorbereitung der Prüferinnen und Prüfer auf ihre ehrenamtliche Tätigkeit und zeigen Unterstützungsbedarfe auf. Fast drei Viertel der Befragten fühlt sich sehr gut oder gut auf die Prüfertätigkeit vorbereitet. Die Vorbereitung geschieht dabei auf vielfältigen Wegen. Zu Beginn der Prüfertätigkeit spielen insbesondere Hospitationen und Seminare eine große Rolle. Bei Änderungen z.B. in den Verordnungen greifen die befragten Prüferinnen und Prüfer hauptsächlich auf die Prüfungsordnung, die Ausbildungsordnung oder den Rahmenlehrplan zurück oder nehmen gezielt an Seminaren teil. Den größten Stellenwert nimmt der Austausch der Prüferinnen und Prüfer untereinander ein; über 80 % der Befragten nutzt dies regelmäßig, um prüfungsrelevante Informationen weiterzugegeben, fachliche Neuerungen zu besprechen und Prüfungserfahrungen auszutauschen. Auffällig ist, dass fast ein Fünftel der befragten Prüferinnen und Prüfer noch nie an einem Seminar oder einer Schulung teilgenommen haben. Dabei sollte gerade zu Beginn der Prüfertätigkeit eine Einführung in die vielfältigen Aufgaben und rechtlichen Rahmenbedingungen verpflichtend sein.

Dementsprechend wünschen sich auch viele der befragten Prüferinnen und Prüfer Seminare, Workshops oder Veranstaltungen zur Unterstützung ihrer Tätigkeit. Daneben werden ein regelmäßiger Austausch sowie die Weitergabe von Informationen über prüfungsrelevante Themen gewünscht.

Die Ergebnisse der Befragung zeigen konkrete Möglichkeiten auf, die Prüferinnen und Prüfer in ihrem verantwortungsvollen Ehrenamt zu unterstützen. Durch Informationen, Austausch und Schulungen kann die Qualität und Vergleichbarkeit der Prüfungen im dualen System gesichert und den Prüferinnen und Prüfern Sicherheit bei der Ausübung ihrer Tätigkeit gegeben werden.

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