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Bergbautechnologe/Bergbautechnologin

Neue Prüfungsregelungen

Im Ministerverfahren wurde eine Änderungsverordnung zum Ausbildungsberuf des Bergbautechnologen/ der Bergbautechnologin erlassen, die am 1.8.2015 in Kraft tritt. Dies hat umfangreiche Änderungen der Prüfungsregelungen zur Folge.

Bergbautechnologe/Bergbautechnologin

Der Beruf des Bergbautechnologen/ der Bergbautechnologinnen (zuvor Bergmechaniker) wurde zuletzt 2009 neu geordnet und inhaltlich neu ausgerichtet: Die Vermittlung von Kompetenzen zum fachgerechten Einsatz bergbautechnischer Maschinen, Systeme und Anlagen rückte in den Vordergrund, während Ausbildungsinhalte aus der Metallbearbeitung reduziert wurden. Im Zuge der Neuordnung wurden daher die beiden Fachrichtungen „Tiefbautechnik“ und „Tiefbohrtechnik“ eingeführt.
 
Um die Prüfungsregelungen zu aktualisieren, wurde im Ministerverfahren eine Änderungsverordnung erlassen. Dieses Verfahren stellt eine Besonderheit dar, da üblicherweise Änderungen einer Ausbildungsordnung in einem regulären Ordnungsverfahren unter Einbeziehung der Sozialpartner, Bund und Länder vorgenommen werden. Die folgende Auflistung zeigt die aktuellen Änderungen durch die Verordnung von 2015 gegenüber der Ausbildungsordnung von 2009 auf.

Änderungen in Teil 1 der Abschlussprüfung

Prüfungszeit für schriftliche Aufgaben verkürzt

In Teil 1 der Abschlussprüfung werden die Prüfungszeiten für die Bearbeitung der schriftlichen Aufgaben verkürzt: Im Prüfungsbereich „Montagetechnik“ stehen für die auf die Arbeitsprobe bezogenen schriftlichen Aufgaben statt bisher 60 Minuten 45 Minuten zur Verfügung, so dass sich die Prüfungszeit im Bereich „Montagetechnik“ insgesamt auf 225 Minuten statt 4 Stunden reduziert. Im Prüfungsbereich „Lagerstätte“ sind für die schriftlichen Aufgaben statt 120 Minuten in Zukunft 75 Minuten vorgesehen.

Anzahl Arbeitsproben reduziert

Die Änderungsverordnung legt zudem für den Prüfungsbereich „Montagetechnik“ im ersten Teil der Abschlussprüfung verbindlich die Durchführung von einer statt wie bisher bis zu zwei Arbeitsproben fest.

Teil 1 der Abschlussprüfung für die Fachrichtungen Tiefbautechnik und Tiefbohrtechnik

Teil 1 der Abschlussprüfung für die Fachrichtungen Tiefbautechnik und Tiefbohrtechnik
© BIBB

Änderungen in Teil 2 der Abschlussprüfung

Prüfungsbereiche umstrukturiert

In Teil 2 der Abschlussprüfung ändern sich in beiden Fachrichtungen die Inhalte und Bezeichnungen von zwei Prüfungsbereichen. In der Fachrichtung Tiefbautechnik werden aus den Prüfungsbereichen „Bergbaulogistik“ und „Bergbautechnik“ die Prüfungsbereiche „Bergbautechnische Prozesse“ sowie „Bergbautechnik und Bergrecht“. Ähnlich verhält es sich mit den Prüfungsbereichen in der Fachrichtung Tiefbohrtechnik: Die Prüfungsbereiche „Bohrtechnische Prozesse“ sowie „Bohrtechnik und Bergrecht“ ersetzen die Prüfungsbereiche „Bergbaulogistik“ und „Bohrtechnik“ aus der Verordnung von 2009 mit den entsprechenden inhaltlichen Anpassungen.

Nur schriftliche Aufgaben in Prüfungsbereich 2

In beiden Fachrichtungen wird der Prüfungsbereich 2 („Bergbautechnik und Bergrecht“ bzw. „Bohrtechnik und Bergrecht“) nur noch mit schriftlichen Aufgaben bei einer Prüfungszeit von 120 Minuten geprüft. Zuvor waren in der Fachrichtung Tiefbautechnik 2 Arbeitsproben, zu denen je ein situatives Fachgespräch geführt wird und darauf bezogene schriftliche Aufgaben vorgesehen. In der Fachrichtung Tiefbohrtechnik treten die schriftlichen Aufgaben an die Stelle eines betrieblichen Auftrags und eines auftragsbezogenen Fachgesprächs.

Varianten-Modell in der Fachrichtung Tiefbautechnik

Neu in der Fachrichtung Tiefbautechnik ist das Varianten-Modell. Das bedeutet, im Prüfungsbereich „Bergbautechnische Prozesse“ besteht die Möglichkeit, zwischen einem betrieblichen Auftrag in Kombination mit einem auftragsbezogenen Fachgespräch oder einer Arbeitsprobe mit situativem Fachgespräch zu wählen. Bei Variante 1 beträgt die Prüfungszeit für den betrieblichen Auftrag 18-24 Stunden. Das auftragsbezogene Fachgespräch dauert höchstens 30 Minuten. Die Variante 2 besteht aus einer Arbeitsprobe mit einem situativen Fachgespräch, für die insgesamt 4 Stunden inklusive 10 Minuten für das Fachgespräch zur Verfügung stehen. Variante 2 ähnelt dem ursprünglichen Prüfungsverfahren in dem entsprechenden Prüfungsbereich von 2009, das eine Arbeitsprobe sowie ein hierauf bezogenes situatives Fachgespräch und schriftliche Aufgaben umfasste. Die schriftlichen Aufgaben entfallen jedoch.

Teil 2 der Abschlussprüfung für die Fachrichtung Tiefbautechnik

Grafik: Teil 2 der Abschlussprüfung für die Fachrichtung Tiefbautechnik
© BIBB

Betrieblicher Auftrag im neuen Prüfungsbereich "Bohrtechnische Prozesse", Fachrichtung Tiefbohrtechnik

Gemäß Ausbildungsordnung von 2009 wurde im Prüfungsbereich „Bergbaulogistik“ mit Hilfe einer Arbeitsprobe sowie hierauf bezogenem situativen Fachgespräch und schriftlichen Aufgaben geprüft. In dem neu geschaffenen Prüfungsbereich „Bohrtechnische Prozesse“ der Änderungsverordnung von 2015 ersetzt ein betrieblicher Auftrag mit auftragsbezogenem Fachgespräch diese Prüfungsinstrumente.

Teil 2 der Abschlussprüfung für die Fachrichtung Tiefbohrtechnik

Grafik: Teil 2 der Abschlussprüfung für die Fachrichtung Tiefbohrtechnik
© BIBB

Neue Gewichtungsregeln

In beiden Fachrichtungen wurden die Prüfungsbereiche neu gewichtet. In der Verordnung von 2009 waren die Prüfungsbereiche im Verhältnis 10:20:20:40:10 gewichtet. Die Änderungsverordnung legt als Gewichtung 15:15:30:30:10 fest.

Die neuen Regelungen treten ab dem 1.8.2015 in Kraft. Ergänzend zur obigen Auflistung finden Sie im Prüferportal die Übersicht über die neue Prüfungsstruktur zum Download. Vor dem 31.7.2015 abgeschlossene Ausbildungsverhältnisse werden nach den bis dahin geltenden Regelungen zu Ende geführt.