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Die Zulassung ist Grundvoraussetzung für das Ablegen der Abschluss- bzw. Gesellenprüfung in einem Ausbildungsberuf. Die Entscheidung hierüber wird grundsätzlich von der zuständigen Stelle getroffen. Der Prüfungsausschuss entscheidet lediglich in den Fällen, bei denen die zuständige Stelle die Zulassungsvoraussetzungen für nicht gegeben hält und somit einer Zulassung nicht zustimmen kann.

Die Zusammensetzung des Prüfungsausschusses ist im Berufsbildungsgesetz sowie für das Handwerk in der Handwerksordnung geregelt.

Danach muss ein Prüfungsausschuss aus mindestens drei Mitgliedern bestehen. Die Arbeitgeber- und die Arbeitnehmerseite müssen dabei in gleicher Zahl vertreten sein und mindestens zwei Drittel der Gesamtzahl der Ausschussmitglieder ausmachen. Die berufsbildenden Schulen sind mit mindestens einer Lehrkraft vertreten.

Als zuständige Stellen werden die Kammern (also Industrie- und- Handelskammern, Handwerkskammern, Landwirtschaftskammern, Kammern der freien Berufe, z. B. die Ärztekammern), die zuständigen Stellen des öffentlichen Dienstes sowie die zuständigen Stellen der Kirchen und sonstiger Religionsgemeinschaften des öffentlichen Rechts bezeichnet. Die zuständigen Stellen haben die Aufgabe:

  • die Berufsausbildungsvorbereitung, die Berufsausbildung und die berufliche Umschulung zu überwachen,
  • das Verzeichnis der Ausbildungsverhältnisse zu führen, in das der wesentliche Inhalt des Berufsausbildungsverhältnisses einzutragen ist (im Handwerk ist das die „Lehrlingsrolle“),
  • durch Ausbildungsberater bzw. Ausbildungsberaterinnen die Betriebe in allen Ausbildungsfragen zu beraten,
  • die Eignung des Ausbildungspersonals und der Ausbildungsstätte zu überwachen,
  • die Zwischen- und Abschlussprüfungen bzw. Gesellenprüfungen abzunehmen,
  • die Durchführung von Auslandsaufenthalten zu begleiten und zu unterstützen.

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Während der Berufsausbildung ist zur Ermittlung des Ausbildungsstandes eine Zwischenprüfung entsprechend der Ausbildungsordnung durchzuführen. Dies gilt nicht für Ausbildungsberufe in denen eine gestreckte Abschlussprüfung bzw. Gesellenprüfung durchgeführt wird.

Vom Gesetzgeber ist die Zwischenprüfung als Kontrolle des Ausbildungsstandes gedacht. Ziel ist es, bei Bedarf rechtzeitig Defizite im Ausbildungsverlauf ausgleichen zu können.