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Prüfungsinstrumente und -methoden

Foto: Auszubildender mit Oszillografen im Unterrichtslabor

Prüfungen besitzen eine eigene Dynamik, zielen auf größtmögliche Praxisnähe ab und versuchen, berufliche Realität so weit wie möglich abzubilden. Aber auch reale betriebliche Kundenaufträge können als Prüfungsaufgaben dienen. Damit wird versucht, einen möglichst hohen Annäherungsgrad an die alltäglichen beruflichen Anforderungen zu erreichen.


Orientierung an der betrieblichen Realität
Erstmals wurde in den 1997 neu geschaffenen Ausbildungsberufen der IT-Branche die Prüfung aus realen betrieblichen Aufträgen und Geschäftsprozessen heraus entwickelt und gestaltet.
Ermöglicht wurde dies durch die damals neuen Prüfungsmethoden „betriebliche Projektarbeit“, „Dokumentation“, „Präsentation“ und „ganzheitliche Aufgaben“. Die Orientierung an betrieblichen Geschäfts- und Arbeitsprozessen dominiert seither die Prüfungsordnungen.
 

Vereinheitlichung
Von diesem Zeitpunkt an hat sich die Zahl der Prüfungsmethoden geradezu inflationär entwickelt. Innerhalb kurzer Zeit entstanden weit über 60 Prüfungsmethoden, von denen sich einige lediglich durch ihre Bezeichnungen unterscheiden.
Um diesen „Wildwuchs“ einzudämmen und vor dem Hintergrund des reformierten Berufsbildungsgesetzes wurde vom Hauptausschuss des Bundesinstituts für Berufsbildung 2006 eine „Empfehlung für die Regelung von Prüfungsanforderungen in Ausbildungsordnungen“ beschlossen. Diese enthält einen Katalog von Prüfungsinstrumenten. Nur diese werden in Zukunft Bestandteil neuer und modernisierter Ausbildungsordnungen sein. Da aber die Prüfungsmethoden parallel weiter existieren, erfolgt auch für diese eine auszugsweise Übersicht.

 

Prüfungsinstrumente

  • Schriftliche Aufgaben
  • Fachgespräch
  • Gesprächssimulation
  • Präsentation
  • Prüfungsprodukt/ Prüfungsstück
  • Arbeitsprobe
  • Betrieblicher Auftrag*
  • Arbeitsaufgabe*

Beschreibung der Prüfungsinstrumente
 

* Betrieblicher Auftrag und Arbeitsaufgabe sind keine eigenständigen Prüfungsinstrumente, da zu ihrer Bewertung in der Regel mehrere Prüfungsinstrumente festgelegt werden!

 

Prüfungsmethoden

Vor der Empfehlung des Hauptausschusses gab es – wie oben erwähnt – eine ganze Reihe von Prüfungsmethoden, die zum Teil auch heute noch gültige Bestandteile von Ausbildungsordnungen sind; sie lassen sich grundsätzlich in schriftliche, praktische und mündliche Prüfungsformen einteilen:
 
Schriftliche Methoden (Beispiele):
 

  • Ganzheitliche Aufgabe
  • Komplexe Aufgabe
  • Praxisbezogene Aufgabe
  • Report

Praktische Methoden (Beispiele):
 

  • Praktische Arbeitsaufgabe
  • Fertigungsaufgabe
  • Betriebliches Projekt
  • Serviceleistung

Mündliche Methoden (Beispiele):
 

  • Kundengespräch
  • Beratungsgespräch
  • Prüfungsgespräch
  • Gastorientiertes Gespräch
     

Diese Prüfungsmethoden werden im Lauf der Zeit – zum Beispiel durch Neuordnung der Ausbildungsberufe – von den Prüfungsinstrumenten abgelöst werden.