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Juni 2012

Donnerstag, 28. Juni 2012

Verfahrensmechaniker/-innen für Kunststoff- und Kautschuktechnik: Ausbildung modernisiert

Ausbildungsordnung und Rahmenplan sind jetzt online verfügbar

Die Ausbildungsordnung der Verfahrensmechaniker/-innen für Kunststoff- und Kautschuktechnik wurden neu geregelt. Eine neue Struktur der Berufsausbildung spiegelt die Veränderung der Arbeitswelt in der Branche wider. Die modernisierte Ausbildungsordnung mit Ausbildungsrahmenplan ist jetzt veröffentlicht worden. Sie tritt zum 1. August in Kraft.

 

 Technisierte Steuerungsprozesse sind Teil der Kunststoff- und Kautschukverarbeitung (© BIBB)In der Kunststoffindustrie arbeiten in Deutschland über 400.000 Menschen, und die Branche wächst. Bei der Kunststoff- und Kautschukverarbeitung stehen hoch technisierte Prozesse neben handwerklichen Verfahren, die Unternehmen sind teilweise stark spezialisiert. Sie brauchen Verfahrensmechaniker/-innen für Kunststoff- und Kautschuktechnik, die prozessorientiert und umfassend ausgebildet sind, gleichzeitig aber auch den speziellen Anforderungen der Betriebe gerecht werden. Um dies zu gewährleisten, hat das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) im Auftrag der Bundesregierung gemeinsam mit den Sachverständigen der Sozialpartner die Ausbildungsordnung der Verfahrensmechaniker/-innen für Kunststoff- und Kautschuktechnik neu geregelt. Die modernisierte Ausbildungsordnung tritt zum 1. August in Kraft.
 
Der Ausbildungsrahmenplan für die dreijährige Ausbildung wurde neu gestaltet. Wesentliche Änderungen sind unter anderem die Stärkung der Ausbildung im Bereich Materialkenntnis und die größere Praxisnähe durch ein Vorziehen der Fertigungsplanung und -steuerung in den ersten Ausbildungsabschnitt.
 
Betriebe und Auszubildende haben darüber hinaus künftig die Wahl zwischen sieben Fachrichtungen: Formteile, Halbzeuge, Bauteile, Mehrschichtkautschukteile, Kunststofffenster, Faserverbundtechnologie sowie Compound- und Masterbatchherstellung. Dabei ist "Compound"  der Fachbegriff für Verbundstoff und "Masterbatch" ein Kunststoffzusatz in Granulatform. Bei der jetzt ebenfalls neu eingeführten gestreckten Abschlussprüfung findet ein erster Prüfungsteil bereits vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres statt. Die Ergebnisse fließen zu 25 % in das Endergebnis ein.
 
Verfahrensmechaniker/-innen für Kunststoff- und Kautschuktechnik werden vor allem in Industriebetrieben der Kunststoff und Kautschuk verarbeitenden Industrie ausgebildet. 2011 wurden bundesweit 2.713 neue Ausbildungsverträge in diesem Beruf abgeschlossen, 182 davon mit Frauen. Regionale Spitzenreiter sind Bayern, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Etwas mehr als die Hälfte aller bestehenden Ausbildungsverhältnisse entfallen auf diese Bundesländer. Die tarifliche Ausbildungsvergütung steigt in den drei Ausbildungsjahren von 734 über 780 auf 851 Euro.
 
Die Ausbildung erschließt weitere attraktive Karriere- und Aufstiegsmöglichkeiten wie die Fortbildung zum/zur "Industriemeister/-in - Fachrichtung Kunststoff- und Kautschuktechnik" und zum/zur staatlich geprüften "Techniker/-in - Fachrichtung Kunststoff- und Kautschuktechnik".

[Quelle: BIBB Pressemitteilung 27.06.2012]

 

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